| |
| |
Blick
in die Geschichte von Hauerz

|
|
Am Anfang eine römischer Wachturm
? |
| Hauerz
wird in der Oberantsbeschreibung von 1843 als ein weitläufig gebauter Ort
beschrieben, der sich freundlich und ziemlich beengt im Tälchen des Sendener
Baches liegt. Von der Pfarrkirche St. Martin wird vermutet, daß der heute
42,5 m hohe Turm an einen römischen Wartturm aufgebaut sei. Eine Warte mag
er nach seiner Bauart und Lage immerhin gewesen sein, da sich von seiner
Höhe eine sehr weite Aussicht, wie man sagt bis Ulm, darbietet. Man versucht
selbst den Namen des Ortes von dieser "Hohen Warte" herzuleiteten: Hohwart,
Hauwarts. Die Ortschaft taucht urkundlich erstmals 1272 als Huward auf. Drei
Jahre später wird die Pfarrei Huwarts genannt. |
| |
|
Das Forsthaus - ein ehemaliges
Schlösschen |
| Es gibt
eine Urkunde aus dem Jahr 1481, nach der dieses Haus nebst zwei Weihern vom
Pfarrherr Simon mit Erlaubnis der weltlichen Herrschaft erbaut wurde. Dieses
Haus sollte nach des Pfarrers Tod an das Haus Waldburg zurückfallen. Bei
diesem festen Hus handelte es sich um ein burgartiges Schlößchen, das
von einem Graben umgeben war. |
| |
|
Im Jahr 1864 mehr Einwohner als
die Stadt Bad Wurzach |
|
Besonders hervorzuheben ist der früher schon hohe Stand der Hauerzer
Gewerbebetriebe, die die reichlich vorhandene Wasserkraft nutzten. Im Jahre
1843 werden genannt: eine Mahl- und eine Getreidemühle, eine Öl- und zwei
Sägemühlen, sowie eine Hammerschmiede. Dazu kam eine kleine Blasebalgfabrik,
deren Besitzer Anton Weishaupt 1877 tödlich verunglückte. Ein Spross dieser
Familie machte sich in Schwendi selbständig. Dessen Nachkommen bauten das
Geschöft zum führenden Hersteller von Ölbrennern aus. Bei den Handwerkern
sind besonders die Huf- und Nagelschmiede und die Hafner erwähnt. Ausserdem
bestand in Hauerz lange eine Papiermühle, bis sie 1842 abbrannte. Noch im
20. Jahrhundert gab es Papier mit Hauerzer Wasserzeichen. Diese Betriebe
haben bestimmt vielen Menschen Brot und Arbeit geboten. So mag man es
erklären, daß Hauerz im Jahr 1864 genau 14 Einwohner mehr als die Stadt
Wurzach hatte, nämlich 1015. |
| |
| |
| |
Baden
in Hauerz einst ein fürstlich adeliges Sommervergnügen
|
| Im Jahre
1665 läßt die Herrschaft Zeil bei der Heilquelle in Hauerz ein großzügige
Badeanstalt errichten, deren Heilwasser vornehmen Herrschaften zur Kur und
Unterhaltung dienen sollte. Zehn Jahre später kam das Bad an die Wurzacher
Linie des Hauses Waldburg. Leider wurde nie eine zuverlässige chemische
Analyse des Heilwassers vorgenommen. Die Badeanlage befand sich unterhalb
des heutigen Gasthofs zum Adler nahe der Badelinde. Neben eingebauten
Badezimmern mit Zugang zu den Quellen war ein grosser Badekessel vorhanden,
der zur Temperierung des Heilwassers diente. Nicht nur zu Bädern aller Art,
sondern auch zu Trinkkuren wurde das Heilwasser verwendet. Der Besuch des
Bades beschränkte sich anfänglich in der Hauptsache auf die Mitglieder
adeliger Familien, sowie auf Heilungssuchende aus der Umgebung. Aus den
Baderechnungen geht hervor, dass die allermeisten Gäste der späteren Jahre
aus der direkten Umgebung kamen und die Badegelegenheit einige Male im Jahr
wahrnahmen. Um den Badebetrieb zu beleben, wurde nach einer durch
Kriegswirren erzwungenen einjährigen Pause ein Werbeprospekt herausgegeben. |
| |
| |
Hauerzer Heimatlied
|
| |
|
O Hauerz
mein |
| |
- Wo meiner Kindheit Wiege stand
- und mich bewahrt´die Mutterhand
- nur dort leb´ich in Glück und Ruh´
- o Hauerz mein, wie schön bist du !
|
|
| |
|
- Viel´Hüttlein Schmuck an jedem Hang
- umtönt von lautem Glockenklang
- die laden ein zu Rast und Ruh
- ó Hauerz mein, wie schön bist du !
|
|
| |
|
- Bei Regen und bei Sonnenglut
- steig´ich vom Berg mit frohem Mut
- und schick´mein Lied dem Himmel zu
- o Hauerz mein, wie schön bist du !
|
|
| |
|
- Und wenn ich einmal sterben muß
- sei dies mein letzter Abschiedsgruß
- deck mich mit Heimaterde zu
- o Hauerz mein, wie schön bist du !
|
|
| |
|
| |
|
| |
Friedrich Schiedel, Initiator und Motor
|